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Darjeeling, Indien / Schwarztee
Unser Partner Sanjukta Vikas
In Darjeeling bauen rund 200 Kleinbauern Tee auf Ihren eigenen kleinen Flächen an. Sie leben in einer Höhe von 1100 und 1500 m. Der Anbau von Getreide und Gemüse, sowie die Haltung einiger Nutztiere, dienen zur Selbstversorgung. Seit Jahrzehnten mittellos und ohne staatlichen Hilfen, verzichteten die indischen BäuerInnen auf den Einsatz von Chemie. Tea Promoters India (TPI) berät sie nun in Fragen des anerkannt ökologischen Landbaus. Das Schweizer Institut IMO zertifiziert den Tee nach den NATURLAND®-Richtlinien. Mit dem direkten Verkauf des Tees an uns erzielen TPI für die ProduzentInnen deutlich höhere Preise. So werden sie unabhängig von ausbeuterischen Handelsstrukturen. Darüber hinaus finanzieren wir direkt eigene soziale Projekte der Kleinbauern. Der Name Darjeeling, der für das bekannteste Teeanbaugebiet der Welt steht, läßt seit Jahrhunderten die Herzen von Teekennern höher schlagen. Die Teequalitäten dieses an Nepal angrenzenden indischen Hochlandgebietes sind geschmacklich einzigartig. Weltweit einzigartig ist seit der 98er Ernte auch, daß Teetrinker nicht nur wie bisher aus Teequalitäten von den 70 alteingesessenen Teeplantagen Darjeelings wählen können, sondern erstmals auch Darjeeling-Tee von einer Kleinbauern-Kooperative erhältlich ist - und das bisher nur in Deutschland.
Die Aktivitäten dieser Kooperative und ihrer Kooperationspartner haben in Darjeeling einen Stein ins Rollen gebracht. Dies wird einerseits von manchen Plantagenbesitzern kritisch verfolgt; es ist aber für viele Kleinbauern eine neue Chance auf verbesserte Einkommensmöglichkeiten. Da es bisher nicht möglich schien, einen biologisch angebauten Darjeeling-Tee zu erhalten, der aus kleinbäuerlicher Produktion stammt, ist diese Weltneuheit auch mit einer „kleinen Revolution” in der Darjeeling-Region gleichzusetzen.
Wie kam es dazu?
Mit Unterstützung der in der Region Darjeeling tätigen Jesuiten wurde in 1993 ein sogenanntes „Kommittee zur Entwicklung der ländlichen Kommunen” (RCDC) ins Leben gerufen. Höchstes Ziel dieser Nichtregierungsorganisation ist die Verbesserung der Lebensqualität in den Bergdörfern des Darjeeling-Gebietes. Finanziert werden die verschiedenen Vorhaben von RCDC durch Geldmittel des Jesuiten-Ordens in Indien und Kanada sowie Fördermitteln von nationalen und internationalen Entwicklungsorganisationen.
Mit diesen eingeschränkten Mitteln wurde für 3 Bergdörfer ca. 15 km nördlich von Darjeeling-Stadt ein Entwicklungsprogramm gestartet. Bei Gesprächen mit allen 300 Dorffamilien zeigte sich deutlich die Notwendigkeit einer gemeinsamen Vermarktungskooperative für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse der Kleinbauernfamilien.
So wurde in 1996 die Sanjukta Vikas Cooperative gegründet, um erstrangig die Abhängigkeit von Zwischenhändlern zu durchbrechen und durch eine kooperative Vermarktung vor allem die Milchabgabepreise für die Mitglieder zu verbessern. Der Erfolg der Kooperative zeigte sich schon bald durch die Verdoppelung des Milchpreises, der Einrichtung von 3 Kooperativen-Läden und der Gründung eines kooperativen Sparmodells zur Erlangung zinsgünstiger Kredite für die Mitglieder. Als nächster Schritt wurde in 1998 beschlossen, die Kooperative auf die Vermarktung von frischen Teeblättern auszudehnen. Da sich die 3 Bergdörfer mit ihren Kooperativenmitgliedern auf den Flächen der bereits 1952 aufgegebenen Teeplantage „Mineral Springs” befinden gab es dort natürlich eine Vielzahl von Teebüschen. Jedoch war die Pflege und Ernte der Teebüsche für die Kleinbauern jahrzehntelang relativ uninteressant, da sie aufgrund fehlender Verarbeitungsmöglichkeiten nur minderwertigen, handgerollten Tee herstellten und diesen zu Niedrigstpreisen auf dem lokalen Markt verkaufen konnten. Es galt also einen Verarbeiter für die Teeblattqualitäten zu finden, was durch die Vermittlung von RCDC überraschend schnell gelang.
Mit der unter deutschen Bio-Teekennern bekannten Firma „Tea Promoters India” (TPI) konnte ein wahrer Experte und Vorreiter des biologischen Landbaus in Darjeeling gewonnen werden. TPI erkannte das Potential das in den jahrzehntelang vernachlässigten Teebüschen lag und bot den Kleinbauern eine professionelle Beratung und eine Verarbeitungs-/Vermarktungskooperation an. Obwohl die Kleinbauern aus Desinteresse und Kostengründen niemals Chemikalien auf ihren Teeflächen angewandt hatten, war eine weitreichende Beratung hinsichtlich der organischen Bewirtschaftung aller Kleinbauernflächen notwendig. Außerdem wurden alte Teebüsche von TPI ausgetauscht und eine umfassende Pflege der wuchernden Teebüsche durchgeführt.
In 1998 kaufte TPI erstmals zu guten Preisen frische Teeblätter der Kooperative, die in ihrer Verarbeitungsanlage auf der Plantage Selimbong verarbeitet wurden. Die noch recht geringe Gesamtmenge von einigen Tonnen wird ausschließlich von dritte-welt partner als „Tee in Umstellung auf den ökologischen Landbau” vermarktet. Diese Fair-Handelsorganisation, die schon jahrelang aufgrund des Interesses an Kleinbauern-Tee in losem Kontakt zu TPI stand, gilt für TPI und die Kooperative als ein geeigneter und zuverlässiger Partner und Begleiter für die Kooperativenentwicklung in den kommenden Jahren. So finanziert dritte-welt partner ab 1999 eine von RCDC in Zusammenarbeit mit den Kooperativenvorständen konzipierte, dringend notwendige kleine medizinische Versorgungsstation für die Kooperative.
Quelle: dwp eG
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