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Bolivien, Südamerika / Paranüsse

Unser Partner
Cooperativa Agrícola Integral

Die landwirtschaftliche Kooperative ‘Campesino’ wurde 1980 gegründet. Ihr Einzugsbereich liegt im bolivianischen Amazonasgebiet, das von zahlreichen kleinen und größeren Flüssen durchzogen wird und noch zu einem bedeutenden Teil von Regenwald bedeckt ist. Unberührt sind die Waldgebiete jedoch schon längst nicht mehr: Schon seit 1880 wurde die gesamte Entwicklung der Region durch die Kautschukproduktion beherrscht, die durch große Plantagen und Handelsgesellschaften dominiert war. Etwa ab 1920 führte die Konkurrenz von asiatischem Kautschuk und die Entwicklung synthetischer Ersatzstoffe dazu, dass dieser Produktionszweig nicht mehr lukrativ genug war; die Handelsgesellschaften zogen sich zurück. Ein Teil der ehemaligen Angestellten verlegte sich auf die Sammlung von Paranüssen. Daraus entwickelten sich kleinere Plantagen und Bauerngemeinschaften. Heute ist die Ausbeute der Paranussernte überwiegend in den Händen großer Firmen, die den Arbeitern Bäume zuteilen und ihnen die geernteten Nüsse abkaufen, allerdings zu äußerst schlechten Bedingungen. Die Lage der Kleinbauern ist kaum besser als die der landlosen Arbeiter: Der Landbesitz ist oft unsicher, und um ihre Produkte verkaufen zu können, sind sie abhängig von den Schifffahrtsgesellschaften, die den Güterverkehr über die Wasserwege abwickeln. Vor diesem Hintergrund entstand C.A.I. Campesino als Zusammenschluss von Kleinbauern, die durch Steigerung der landwirtschaftlichen Produktion und gemeinsame Vermarktung ihre Situation verbessern wollten. Unterstützung erhielten sie von katholischen Priestern und einer bolivianischen Nichtregierungsorganisation. Oberstes Entscheidungsgremium der Organisation ist die zweimal jährlich stattfindende Produzentenvollversammlung, die ein zehnköpfiges Direktorium sowie ein Exekutivkomitee für die Tagesarbeit wählt. C.A.I. Campesino unterhält ein Büro in Riberalta und eine Zweigstelle in Porvenir.

Die Produzenten

C.A.I. Campesino hat etwa 400 Mitglieder, die mit ihren Familien isoliert auf abgelegenen kleinen Gehöften leben. Für ihren Eigenbedarf bauen sie Reis, Mais, Yuca und Bananen an. Daneben kümmert sich jede Familie um 30 bis 40 Paranussbäume im Urwald; der Erlös aus dem Verkauf der Nüsse ist für die meisten von ihnen die einzige Geldquelle. Die wenigsten haben offizielle Eigentumstitel für das von ihnen bearbeitete Land - für die erforderlichen Dokumente müsste ein Bauer nach La Paz reisen, sich durch die bürokratischen Instanzen kämpfen und im Erfolgsfall noch eine hohe Registrierungsgebühr zahlen.

Produktion und Vermarktung

Der Paranussbaum ist Teil eines komplexen Ökosystems. Er kann nur im Amazonasbecken im Verbund mit anderen Pflanzen und Tieren des Regenwaldes gedeihen; alle Versuche der großflächigen Kultivierung in Plantagen sind bisher gescheitert. Die Sammlung der wilden Früchte greift dagegen nicht in das empfindliche Ökosystem ein, da die Bauern sehr genau wissen, dass sie den Urwald als Teil ihres Lebensraums bewahren müssen. Die Paranüsse von C.A.I. Campesino tragen das Naturland-Zeichen ‘anerkannt ökologisch - aus Wildsammlung’. Die Ernte beginnt im November zu Beginn der Regenzeit, wenn die reifen Früchte von den Bäumen fallen, und endet im März. Während dieser Zeit sammeln die Bauernfamilien pro Tag etwa 50 kg Nüsse, öffnen sie mit Äxten und Macheten und tragen sie zu den Sammelpunkten. Mitarbeiter der Kooperative holen die Nüsse mit Booten und Lastwagen ab und bringen sie zum Hauptsitz von C.A.I. Campesino in Riberalta. Nach dem Trocknen in der Sonne werden die Nüsse bis zur Weiterverarbeitung in dem kleinen Lagerhaus der Kooperative aufbewahrt. Da Campesino noch keine eigene Verarbeitungsanlage hat, werden die Nüsse in privaten Verarbeitungsbetrieben von Hand geschält, noch einmal getrocknet, sortiert und in 20-kg-Vakuumverpackungen eingeschweißt. Das Umpacken in kleinere Einheiten erfolgt in Europa, da die Kooperative dafür zur Zeit noch keine Kapazitäten hat.

Quelle: GEPA The Fair Trade Company








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